Vom Kieselstein
zum geschliffenen Diamanten

Vom Kieselstein zum geschliffenen Diamanten

Rohdiamanten erscheinen vor dem Schleifen glanzlos, rau und ausgesprochen unscheinbar. Erst der richtige Schliff entfesselt sein charakteristisches Funkeln und das viel zitierte Feuer des Diamanten. Selbst ein Experte kann die Qualität und Reinheit und damit auch den Wert eines ungeschliffenen Diamanten bei visueller Beurteilung nur erahnen.

 

Moderne 3D-Techniken machen es heute möglich, ein exaktes virtuelles Modell des rohen Edelsteins anzufertigen. Der Scanner kann sogar innere Unreinheiten erfassen – ein zentrales Qualitätsmerkmal der Diamantengraduierung. Anhand der Kopie berechnet der Computer, welche Möglichkeiten es gibt, den Diamanten zu schleifen, denn: Auf jeden Kristall wartet der perfekte Schliff. Im Gegensatz zu Reinheit, Gewicht und Farbe kann der Mensch dieses Attribut verändern und den Wert des begehrten Edelsteins steigern. Es ist die bedeutsame Aufgabe eines erfahrenen Diamantenschleifers, zu entscheiden, wie der Schmuckstein geschliffen und poliert werden soll, um sein volles Potential zu entfalten.

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Diamantenschleifen ist
eine komplexe Kunst

Beim Vorsortieren wird Stein für Stein sorgfältig genau untersucht und beurteilt. Bevor Experten die Rohdiamanten schleifen können, werden die Edelsteine zerteilt – doch wie spaltet man das härteste natürliche Material der Welt? Heute kommen entweder moderne Lasertechniken zum Einsatz oder Werkzeuge, die aus demselben Material bestehen: Nur Diamantscheiben und mit Diamantpulver beschichtetes Schleifpapier machen es möglich, Rohdiamanten zu sägen, schleifen und zu polieren.

 

Nach dem Zerteilen werden die einzelnen Schmuckstücke beim sogenannten “Bruting” rund geschliffen. Es folgen etliche Stationen mühevollen und sorgfältigen Schleifens. Der Prozess dauert mehrere Stunden und erfordert viel handwerkliches Können – am Ende wartet ein perfekt in Form geschliffener Diamant.

Funkelnde Formen nach dem
Rohdiamantenschleifen

Funkelnde Formen
nach dem Rohdiamantenschleifen

Der Schliff allein ist für das brillante Funkeln des Diamanten verantwortlich. Je nach der natürlichen Gestalt des Rohsteins muss der Händler entscheiden, in welcher Form der strahlende Glanz des geschliffenen Diamanten optimal zur Geltung kommt und zugleich am wenigsten Material verloren geht: Das Ideal ist ein perfekt geformtes Juwel und ein Minimum an Abfall. Auf Diamanten werden beim Schleifen typischerweise diverse Facettenschliffe angewendet. Dazu gehören neben dem allseits bekannten, hochedlen Brillantschliff der Smaragdschliff, Prinzessschliff, Hearts & Arrows, Navette und einige Altschliffe. Gemeinsam haben die geschliffenen Diamanten eine Vielzahl glatt polierter Flächen, so genannte Facetten: Sie entfachen das Feuer des Edelsteins, indem sie eintretendes Licht gegeneinander spiegeln, brechen und wie ein Prisma in die Farben des Regenbogens aufspalten. Die Anordnung der Facetten, Winkelverhältnisse sowie die Dicke der Rundiste spielen dafür eine entscheidende Rolle. Ist der Schliff zu flach oder zu tief, sind die Proportionen unstimmig und der funkelnde Effekt geht verloren. Exakte Berechnungen und ebenmäßiges Polieren sind das A und O beim Diamantenschleifen.